Liste: Lebensmittel für Diabetiker (Typ 2) zum Ausdrucken
Eine druckbare Tabelle zeigt, welche Lebensmittel bei Typ-2-Diabetes meist gut passen, welche in Maßen und welche sparsam – mit Begründung und Einordnung der Kohlenhydrate.
Du suchst eine schnelle Übersicht, was bei Typ-2-Diabetes im Alltag gut passt? Hier findest du eine Tabelle zum Ausdrucken. Hintergründe zur Ernährung bei verminderter Insulinwirkung liefert der Ratgeber Insulinresistenz: Ernährung im Überblick.
Die Liste: Lebensmittel bei Typ-2-Diabetes im Überblick
Die Einordnung folgt der DDG-Praxisempfehlung von 2024. Gemeinsam ist den Ernährungsmustern: nicht stärkehaltiges Gemüse und wenig verarbeitete Lebensmittel bevorzugen und raffinierte Zucker vermeiden.[3]
| Lebensmittelgruppe | Beispiele | Einordnung | Kurzbegründung |
|---|---|---|---|
| Nicht stärkehaltiges Gemüse | Brokkoli, Tomaten, Paprika, Blattsalat | meist gut | Von der DDG bevorzugt, ballaststoffreich[1][3] |
| Hülsenfrüchte | Linsen, Kichererbsen, Bohnen | meist gut | Ballaststoffreich, enthalten aber Kohlenhydrate[3] |
| Vollkornprodukte | Haferflocken, Vollkornbrot | meist gut | Komplexe Kohlenhydrate, Portion beachten[3][4] |
| Nüsse | Walnüsse, Mandeln | meist gut | Von der DDG als Kohlenhydratquelle bevorzugt[3] |
| Fetter Fisch | Lachs, Hering | meist gut | Kann zur Senkung der Blutfette beitragen[3] |
| Obst | Beeren, Äpfel | meist gut, in Portionen | Täglicher Verzehr ist wichtig[1] |
| Milchprodukte | Naturjoghurt, Quark natur | in Maßen | Natürliches Milchfett ist in Maßen unbedenklich[3] |
| Kartoffeln, Reis, Nudeln, Weißbrot | Pellkartoffeln, weißer Reis | in Maßen | Liefern Kohlenhydrate, Vollkorn wird bevorzugt[3] |
| Stark verarbeitete Produkte mit zugesetzten gesättigten Fetten | Fertiggebäck, Frittiertes | sparsam | Die DDG rät, sie zu meiden[3] |
| Süßes mit raffiniertem Zucker | Kuchen, Schokolade | sparsam | Raffinierte Zucker vermeiden, aber kein generelles Zuckerverbot[1][3] |
| Zuckergesüßte Getränke | Limonade, Eistee | sparsam | Minimieren, durch Wasser ersetzen[3] |
Was meist gut passt
Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkorn, Nüsse und fetter Fisch sind wenig verarbeitet. Ballaststoffreiche Lebensmittel können bei Typ-2-Diabetes metabolisch von Vorteil sein.[3] Fischölpräparate sind dagegen nicht ausreichend belegt, es geht um den Fisch auf dem Teller.[3]
Was in Maßen passt
Hier zählt die Portion. Wie groß sie sein darf, hängt von dir und deiner Therapie ab.
Was sparsam sein darf
„Sparsam“ heißt nicht „nie“. Die Gegenliste findest du im Artikel Was dürfen Diabetiker nicht essen?
Keine Sonderprodukte nötig
Menschen mit Diabetes brauchen für ihre Ernährung keine speziellen Produkte. Solche Produkte sind ab 2012 nicht mehr vorgesehen.[2] Das BfR setzt stattdessen auf Kennzeichnung:[1]
Vielmehr sollte eine einheitliche und erweiterte Nährwertkennzeichnung auf verpackten Lebensmitteln Diabetikern die Auswahl erleichtern
Warum Kohlenhydrate und Ballaststoffe die Auswahl bestimmen
Kohlenhydrate stecken nicht nur in Süßem, sondern auch in Brot, Obst, Milchprodukten und Kartoffeln. Vollkorn enthält komplexe Kohlenhydrate, die länger zur Verdauung brauchen. Einfache Kohlenhydrate wie Haushaltszucker lassen den Blutzucker zeitnah ansteigen.[4] Was einzelne Lebensmittel realistisch bewirken, ordnet der Artikel Lebensmittel, die den Blutzucker senken ein.
Der Glykämische Index (GI) kurz erklärt
Der Glykämische Index gibt an, wie stark der Blutzucker nach einem Lebensmittel im Vergleich zu Glukose ansteigt.[4] Als niedrig gilt ein GI bis 55, als hoch ein GI ab 70.[3] Der GI ist ein Hilfsmittel, aber keine feste Regel: Der GI-Effekt ist laut DDG teilweise unabhängig von der Blutzuckerregulation.[3]
Zuckerarm ist nicht kohlenhydratarm
„Zuckerarm“ sagt nur etwas über den Zucker. Der Kohlenhydratgehalt kann trotzdem hoch sein, auch bei Produkten mit Zuckeraustauschstoffen wie Erythrit oder Isomalt. Diese können in größeren Mengen abführend wirken. Schau deshalb auf die Kohlenhydrate pro Portion. Wie du Verpackungsangaben liest, erklärt Zuckerarm: Was die Angabe bedeutet.
Häufige Fragen: Quark, Kartoffeln und Co.
Ist Quark gut bei Typ-2-Diabetes?
Quark zählt zu den Milchprodukten. Natürliches Milchfett ist laut DDG in Maßen unbedenklich.[3] Bei gesüßten Varianten lohnt der Blick auf Zucker und Kohlenhydrate in der Nährwerttabelle.
Sind Kartoffeln erlaubt?
Ja, in Portionen. Sie sind stärkehaltig und liefern Kohlenhydrate. Plane sie wie andere Beilagen als feste Kohlenhydratportion ein.
Dürfen Diabetiker Obst essen?
Ja. Der tägliche Verzehr von Obst und Gemüse ist wichtig, auch wegen der Ballaststoffe.[1] Den Zuckergehalt der Sorten zeigt die Zuckergehalt-Tabelle für Obst.
Ist Süßes tabu?
Nein, ein Zuckerverbot ist laut BfR nicht notwendig.[1] Menge und Häufigkeit zählen. Ideen findest du bei Snacks für Diabetiker.
So nutzt du die Liste im Alltag
Mach nicht stärkehaltiges Gemüse zur Basis deiner Mahlzeiten und wähle Kohlenhydratquellen bevorzugt als Vollkorn, Hülsenfrüchte oder Nüsse. Ersetze zuckergesüßte Getränke möglichst durch Wasser. Weil es kein Muster für alle gibt, passt du die Liste mit deinem Diabetes-Team und einer Ernährungsberatung an dich an, besonders bei Insulin oder Tabletten. Mehr Hintergründe liefert der Ratgeber zur Ernährung bei Insulinresistenz.
Quellen
- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Diabetiker brauchen keine speziellen Lebensmittel. bfr.bund.de
- Internisten im Netz (Berufsverband Deutscher Internistinnen und Internisten e.V.) (2011): Diabetiker-Lebensmittel verschwinden aus den Regalen. internisten-im-netz.de
- Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), Diabetologie und Stoffwechsel (2024): Empfehlungen zur Ernährung von Personen mit Diabetes mellitus Typ 2 (DDG-Praxisempfehlung). ddg.info
- diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe: Glykämischer Index (GI). diabetesde.org